Reumannplatz
Ulli Gladik | AT 2026 | 112 minKinostart: 2027
Der Wiener Reumannplatz gilt als der gefährlichste Ort Österreichs. Zwei Jahre lang begleiten Regisseurin Ulli Gladik („Inland“, „Global Shopping Village“) und ihr Team Menschen, die hier ihren Alltag verbringen. Aus den Beobachtungen und Erzählungen entsteht ein vielschichtiges und hintergründiges Porträt eines Ortes, an dem sich die Themen und Spannungen der Gegenwart ebenso widerspiegeln wie die Schönheit menschlicher Begegnungen.
Seit einigen Jahren ist der Wiener Reumannplatz ständig in den Schlagzeilen: Messerstechereien, Schlägereien, Drogendelikte. Wiener und Wienerinnen würden sich hier nicht mehr auf die Straße trauen, heißt es in den Boulevardmedien. Ulli Gladiks Dokumentarfilm taucht tief in diesen vielschichtigen Mikrokosmos ein. Der Film trifft Menschen, die sich hier täglich aufhalten: Frühere Gastarbeiter:innen, die einst aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Österreich kamen. Heute sind sie pensioniert und treffen sich am Reumannplatz. Sie erzählen von ihrem Arbeitsleben, von ihren Familien, vom Älterwerden zwischen zwei Heimaten.
Der Film begleitet eine Künstlerin, die hier Menschen zeichnet und einen Obdachlosen, der am Reumannplatz wohnt. Er begegnet aber auch jenen, die in der medialen Berichterstattung oft im Mittelpunkt stehen – jungen Männern, die sich in Gruppen bewegen und sich nach außen hin stark geben. Sie erzählen von Gefängnisaufenthalten, Drogenproblemen, Abschiebebescheiden und der Sehnsucht nach ihren Familien. Wir erleben ihre Versuche, in einem neuen Land Fuß zu fassen, werden Zeug:innen ihrer Rückschläge und Verzweiflung, aber auch ihrer Hoffnung ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit den Beobachtungen und Begegnungen löst sich der Ort sukzessive aus der Enge seiner Zuschreibungen und wird sichtbar: Nicht als Schlagzeile, nicht als Angstraum, sondern als Ort gelebter Wirklichkeit, mit seiner Schönheit, seinen Widersprüchen und der Verletzlichkeit und Stärke seiner Besucher:innen.
Regie & Drehbuch: Ulli Gladik | Kamera: Patrick Wally | Schnitt: Gerhard Daurer | Produzent:innen: Ulli Gladik