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Nelly & Nadine

Magnus Gertten | SE, BE, NO 2022 | 92 min

Herbst/Winter 2022

Die wahrhaft unglaubliche Liebesgeschichte zweier Frauen, die sich 1944 ineinander verlieben – mitten im Schrecken der Kriegslager im KZ Ravensbrück.

Nelly & Nadine beginnen ihre lebenslange Liebesreise am Heiligabend 1944. Die belgische Gefangene und Opernsängerin Nelly Mousset-Vos war gebeten worden, Weihnachtslieder in einer von Franzosen bewohnten Barracke in Ravensbrück zu singen. Nach ein paar Liedern ruft eine Stimme aus der Dunkelheit:

„Sing etwas von Madame Butterfly!“.

Nelly zögert, doch dann singt sie „Un bel di vedremo“, eine Arie über das Warten auf einen Geliebten. Anschließend tritt die Frau aus der Dunkelheit heraus, die um das Lied gebeten hatte. Sie küsst Nelly und sagt: „Der liebe Gott war heute gütig zu uns“.

Ihr Name ist Nadine Hwang und Nelly und Nadine werden in diesem Moment ein Paar und verbringen so viel Zeit zusammen wie möglich. Doch nach zwei Monaten werden sie getrennt, als Nelly in ein anderes Lager verlegt wird. Als sie gegen Ende des Krieges befreit werden, schaffen sie es, sich wieder zu vereinen und beschließen, ein gemeinsames Leben aufbauen. Über viele Jahre wurde Nelly und Nadines lebenslange Beziehung geheim gehalten, sogar vor einigen ihrer engsten Familienmitglieder.

Jetzt hat sich Nellys Enkelin Sylvie entschieden, Nellys und Nadines verborgenes Privatarchiv zu öffnen und sie entdeckt ihre bemerkenswerte Geschichte. Darunter Fotos, Liebesbriefe und Filmrollen.

Im Archiv befindet sich auch ein von Nelly geschriebenes Tagebuch. In diesen bisher unveröffentlichten persönlichen Notizen erzählt sie ihre Lebensgeschichte inklusive Details über das Verliebtsein inmitten des Horrors eines Konzentrationslagers, die komplizierte Wiedervereinigung mit Nadine nach dem Krieg, dem Entschluss zum Umzug nach Venezuela, um dort ihre Beziehung frei leben zu können – und in den frühen 70er Jahren nach Europa zurückzukehren und die letzten Jahre ihres Lebens in Brüssel zu verbringen.

Nelly & Nadine ist eine bemerkenswerte Geschichte über Kriegsleiden, Mysterien, Liebe gegen alle Widerstände und die Heilkraft der Musik.; über gut gehütete Geheimnisse und die komplizierten Familiengeschichten der Überlebenden der Konzentrationslager, die immer noch versuchen, mit den Geistern der Vergangenheit fertig zu werden.

Berlinale 2022: Teddy Jury Award

»Ein ergreifender Film über eine tiefe lesbische Liebe und über die Notwendigkeit persönlichen und kollektiven Erinnerns.« Radio Eins

»Bewegende Dokumentation« Der Tagesspiegel

»Dank des Films kann die Enkelin nicht nur ein schweres emotionales Gewicht ablegen, sondern gibt Nelly auch einen wichtigen Teil ihrer Identität und Geschichte zurück. Dafür ist es nie zu spät, das macht der Film unmissverständlich klar.« Kino-Zeit.de

 


Regie & Buch: Magnus Gertten, Produktion: Ove Rishøj Jensen, Kamera: Caroline Troedsson, Tongestaltung: Are Åberg, Jørgen Meyer, Audun Røstad, Filmmusik: Marthe Belsvik Starvrum, Schnitt: Jesper Osmund, Phil Jandaly, Darsteller*innen: Nelly Mousset-Vos, Nadine Hwang, Sylvie Bianchi

SE, BE, NO 2022, 92 min., Farbe